Filip's Diät

Eine wichtige Behandlungsmethode ist die streng methioninarme Diät.
Neben wichtigen Medikamenten, die in den Soffwechsel eingreifen,
muss erreicht werden, dass dem Körper möglichst wenig Methionin zugeführt wird. Filip kann daher nur eiweißarme Nahrungsmittel zu sich nehmen. Damit der Eiweißbedarf des Kindes trotz ea Nahrung gedeckt werden kann, wird Eiweiß in aufgespaltener Form (einzelne Aminosäuren) dem Körper zugegeben. Die Aminosäure Methionin
wird entzogen.

Tabu sind Fleisch, Wurst, Milchprodukte, Eier, Getreidemehl, Nüsse,
aber auch manches Gemüse (z.B. Mais, Bohnen, Reis, Zuckerschoten, Linsen) und manches Obst (z.B.Pfirsich, Nektarine). Durch die häufiger vorkommende Stoffwechselstörung Phenylketonurie (PKU) gibt es jedoch eine Vielzahl von eiweißarmen Produkten im Reformversand:
z.B. eiweißarme (ea) Pastanudeln auf der Grundlage von Mais- und Kartoffelstärke, Methylcellulose bzw. Guarkernmehl,
ea Brote aus Weizenstärke, Guarkernmehl, Zuckerrübensirup,
ea Schokolade, ea Fruchtgummi, Kekse, Milch- und Sahneersatz,
Ei- und Eischneeersatz (modifizierte Cellulose), Brotaufstriche, Frühstücksflakes ....

Leckere eiweissarme Buttercremetorten bringen mal Abwechslung. Dank imitiertem Käse aus den USA.
Mit dem Produkt "statt Reis" gefüllte Aubergine.

Filip war zu Beginn der Diät bereits vier Jahre alt (Diagnose Mai 2001,
Diät ab August 2001). Dies brachte das Problem mit, dass sein Gaumen schon sämtliche Geschmacksrichtungen kannte. Eiweißarme Kost schmeckt anders als gewöhnliche Nahrungsmittel. Nach einigen Monaten gewöhnte Filip sich an diese Geschmacksrichtung und vergaß auch allmählich seine geliebten Eierspätzle und Käse, den er so gern aß wie Wurst. Was er bis heute allerdings nicht verzehrt ist ea Brot. Nur an Tagen,
an denen es eng wird oder er ea Brot mal wieder interessant findet,
nimmt er es zu sich. Weitaus schwieriger ist es, die flüssige Nahrungsergänzung (Aminosäuregemisch) täglich in ausreichender Menge zu verabreichen.
Dieses Aminosäuregemisch muss nach jeder Hauptmahlzeit ( 3 x täglich ) getrunken werden. Es schmeckt bitter bis säuerlich und ist sehr gewöhnungsbedürftig so man eine andere Geschmacksrichtung bereits erfahren hat. "Trinkspiele", viele Überredungskünste und Versprechungen bestimmen immer wieder den Alltag und nehmen wirklich viel Zeit in Anspruch.

Momentan darf Filip 200 mg Methionin durch Nahrungsmittel zu sich nehmen. Das ist auf sein Körpergewicht gesehen sehr wenig, da lt. Fachliteratur immer noch 10 mg/kg KG täglich aufgenommen werden sollten. Bei Aufnahme dieser Menge weist Filip jedoch noch viel zu hohe Homocysteinwerte auf.

Filip isst morgens meist 30g Weizenmischbrot ohne Rinde mit Butter und eiweißarmer Wurst, die in den letzten zwei Jahren verstärkt vom Reformversand angeboten wird.
Öfters aber auch ein Weizenmischbrot mit Margarine und 4g Salami (diese nimmt dann von 200 mg bereits 20 mg Met ein).
Mittags meist Pastanudeln mit Tomatensoße oder dunkler Soße aus angebratenen
Zwiebeln und Champignons mit Maisstärke abgedickt und anschließend abgesiebt.
Immer Salat oder Gemüse.
Nachmittags auch mal Knabbergebäck aus Kartoffeln (PomBären
geeignet) und frische Erdbeeren, ea Gebäck, ea Schokolade, Wassereis.
Abends möchte Filip oft noch eine Suppe (Gemüsesuppe mit Nudeleinlage, Grießsuppe aus ea Spezialgrieß, Tomatensuppe, Kartoffelsuppe). Je nach dem, wie eiweißarm oder eiweißreich Filip seinen Tag morgens beginnt, steht fest, was es zum Mittag und Abend
noch geben kann. Im Frühling ist immer Radieschenbrot der Renner. Wichtig ist die ständige Fettzugabe in Form von Butter, Margarine und verschiedenen Ölen, da
versteckte Fette in Wurst, Käse, etc. fehlen.